Viralität: Manchmal auch tödlich

Social Media Manager, Agenturen, Unternehmen – beim Thema Viralität werden viele von ihnen hellhörig. Viralität ist der Gral der Social Networks, auf der Suche kommen viele um und entdeckt wird Viralität eher wie Penicillin – zufällig. Und leider scheint es, als würden auch beim Thema Viralität die dümmsten Bauern, die größten Kartoffeln ernten. Glaubt ihr nicht? Die Junge Union Berlin ist der noch lebende Beweis.

Das Flüchtlingscamp in Berlin Kreuzberg wurde am 8. April geräumt. Maßgeblichen Anteil hat dabei Innensenator Frank Henkel. Grund genug für die junge Basis dem alten Hasen mal mit Mitteln der neuen Medien zu danken. Der Schuss ging nun allerdings nach hinten los. Während man auf der Internetseite der Jungen Union Berlin noch den medialen Coup d’État feiert, setzt das Netz zum Gegenstoß an. Heraus kommen Meisterwerke der Photoshopkunst und ein eigener Tumblr-Blog, der diese Meisterwerke sammelt.

Auf den ersten Blick scheinen die Flanellhemden tragenden Protagonisten genauso wenig Ahnung von der Macht der Social Networks zu haben, wie ihre Ahnherren. Oder ist es ein geleiteter Bildersturm, der mit aller Berechnung entfacht wurde? Zumindest bislang scheint man sich über die Tragweite bei der JU Berlin noch nicht recht klar zu sein. Vielleicht erfahren wir noch, ob Landesmutter Angela Merkel den beiden Helden des Tages auf die Schulter oder die Finger klopft – das hängt sicher auch vom Ausgang der kommenden Europawahl ab. Und da haben Populisten – auch digitale – ja derzeit große Chancen.

Teilen ist das neue Haben
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