Vater der Digedags: Hannes Hegen ist tot

Im Alter von 89 Jahren starb Johannes Hegenbarth, wie er mit bürgerlichem Namen hieß, bereits am 8. November. Westdeutsche und Nachwendegeneration fragen jetzt sicher: Wer? Er war der Erfinder der „Mosaik“-Comics und Vater der Digedags.

Das was heute als Comic bezeichnet wird, nannte Hegen ein „großer humoristischer Bildroman“. Das Konzept zu der bekanntesten Comic-Serie entwickelte er gemeinsam mit dem Autor Lothar Dräger. Von Dezember 1955 bis Juni 1975 erschienen insgesamt 223 Hefte.

Generation von Kindern und Jugendlichen in der ehemaligen DDR wuchsen so mit den Abenteuern der Digedags auf. Die drei Gefährten Dig, Dag und Digedag bereisten die ganze Welt und brachten fantastische Erlebnisse in jedes Kinderzimmer. Ab 1976 wurden sie von den Abrafaxen abgelöst, die einen ähnlich großen Erfolg bei den späteren Generation feiern konnten. Hegen war allerdings bei der Gestaltung der Nachfolger nicht mehr involviert, da er sich 1975 zurückzog. Grund war die Forderung der SED-Führung, die Comics zu politisieren.

Trotz einer Auflage von 600.000 Stück reichte es nie, um die Nachfrage annähernd zu decken. Auch ich erinnere mich noch – in meinem Fall bei den Abrafaxen – wie man oft genug umsonst zum Kiosk raste, um die neue Ausgabe zu erwischen. Wohl dem, der einen Freund hatte, der dann ein Abo abgeschlossen hatte und bei dem man sich das neue Heft für kurze Zeit und die Überlassung einiger Süßigkeiten ausleihen konnte.

Seit 1990 werden die Hefte der Digedags als Reprint und Sondereditionen wieder aufgelegt. Neue Geschichten der Digedags kommen indes nicht mehr hinzu.

Weiterführende Links:
Die Zeit
Wikipedia

Foto: DPA

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