Facebook, Google und die Zukunft der Weltregierung

Manchmal sind die Besucher interessanter als die Themen um die es geht: So zumindest geht es mir beim G8-Treffen. Diesmal ging es in Deauville um den Atomausstieg, ein Thema bei dem Bundeskanzlerin Angela Merkel einmal mehr blass blieb. Für Farbe sorgten indes Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und Ex-Google-Chef Eric Schmidt. Für mich stellt sich da nur die Frage: Was machen die da eigentlich?

Nur um es noch einmal klar zu stellen: Zu den G8-Staaten gehören Frankreich, Italien, Deutschland, Japan, Kanada, Russland, das Vereinigte Königreich Großbritannien und die Vereinigten Staaten. Auch wenn sich über die Zusammensetzung streiten lässt, im Grunde stellen sie eine Auswahl der Acht größten Industrienationen dar.

In den Medien wird diese Gruppierung auch schon mal als Weltregierung bezeichnet. Und nun lädt diese Weltregierung zwei große US-amerikanische Unternehmen zu ihrem Treffen ein.

Nun ja, Facebook ist mit mittlerweile rund 600 Millionen Anwendern sicher eine Macht. Und Google wird von beinahe jedem Internetnutzer beauftragt, nach bestimmten Dingen zu suchen. Beide Unternehmen zusammen üben schon eine Art Diktatur über das Internet aus. Was beide bislang von einer geteilten Weltherrschaft abhält, ist die mangelnde Bereitschaft zur Zusammenarbeit.

Während Google durchaus Interesse an den gesammelten Daten von Facebook hat, klüngelt das soziale Netzwerk mit fadenscheinigem Marktwert lieber mit Microsofts Bing.

Nun mag man von Facebook und Google halten was man will, wenn die Weltregierung diese beiden Supermächte des Internets einlädt, haben die Regierungen den Einfluss auf die Massen durchaus erkannt.

Es sollte kaum verwundern, wenn demnächst über eine Aufnahme der Beiden als ständige Vetreter verhandelt wird. Real gesehen hat sowohl Facebook als auch Google mehr wirtschaftliche und tatsächliche Macht als beispielsweise Italien. Sofern also die Versammlung der großen Industrienationen bei der Bezeichnung „G8“ bleiben möchte, könnte man ja Italien und vielleicht auch Japan aus dem Verein schmeißen.

Immerhin, was hat Italien außer einem umtriebigen aber politisch nur bedingt interessierten Ministerpräsidenten und Pasta und Pizza als Hauptexportschlager schon zu bieten? Und Japan ist nach dem Erdbeben, der Flutwelle und einem Atom-Desaster in der Steinzeit angekommen.

Dann doch lieber Firmen in der Weltregierung, die rund die Hälfte der Weltbevölkerung beim Namen kennen. Was könnten Vorschläge und Themen sein, die Zuckerberg und Schmidt bei einem der zukünftigen G8-Treffen unterbreiten? Eine Zwangsmitgliedschaft bei Facebook wäre doch schon mal nicht schlecht und vielleicht eine Google-Abgabe für alle, die den Dienst boykottieren.

Eines zumindest scheint sicher: So belanglos wie die aktuellen G8-Treffen wären die künftigen unter Teilnahme von Google und Facebook sicher nicht mehr.

Bild: Paul Dyer, „Google and Facebook – The Two Towers“. Some rights reserved. Flickr.

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